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Urgeschichte von Siddinghausen

799: Kirchweihe durch Papst Leo III im Beisein des
Frankenkönigs Karl

Das Dorf Siddinghausen, vier Kilometer südwestlich von Büren am Oberlauf der Alme gelegen, ist einer der ältesten Pfarrorte des 799 gegründeten Paderborner Bistums. Nach Überlieferungen erbaute ein sächsischer Adliger namens Sidag auf seinem Erbgut aus eigenen Mitteln eine hölzerne Kirche. 799 weihte Papst Leo III dieses Gotteshaus im Beisein Karls des Großen. Die Siedlung um die Kirche herum erhielt den Namen "Sidaghusen", woraus sich später "Siddinghausen" entwickelte.

In einer "Schauer einflößenden und einsamen Gegend" fand die Weihe der Eigenkirche des Sidag im Jahre 799 statt. Nur eine Urkunde, die in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts ausgefertigt wurde, bezieht sich in dürren Worten auf diese Ereignis. Auch wenn darin lediglich der Erbauer des hölzernen Kirchleins, Sidag, nicht aber der Ortsname Siddinghausen eigens genannt ist, gehen Historiker und Heimatforscher aufgrund verschiedener Anhaltspunkte davon aus, dass Siddinghausen tatsächlich gemeint ist. Darauf deutet auch eine jahrtausendalte Legende hin, die der damalige Ortspfarrer Schorlemer um die Mitte des 17. Jahrhunderts aufzeichnete. In dieser wird sehr eindrücklich berichtet, wie der Weiheakt, unter Beteiligung zahlreicher Patriarchen, Bischhöfe, Äbte und andere Würdenträger, vonstatten gegangen sein soll.

Der Nachfolger Sidags erbaute vermutlich an der Stelle oder im Bereich der hölzernen Urkirche die erste steinerne Kirche, die vom Paderborner Bischof Luithard (862-887) geweiht wurde. Der Westturm der heutigen Siddinghäuser Pfarrkirche ist der einzig erhaltene Rest einer romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die übrigen Teile des Bauwerks sowie die barocke Innenausstattung datieren ins 17. und beginnende 18. Jahrhundert; Kirchenpatron ist Johannes der Täufer.


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